Wiener Lieblinge – Kunst- und Kulturschaffende verraten ihre Lieblingsorte II

In unserer Serie Wiener Lieblinge zeigen uns Kunst- und Kulturschaffende, die die Stadt prägen, ihre Lieblingsplätze. Diesmal mit KünstlerIn Jakob Lena Knebl, mumok-Kuratorin Marianne Dobner, den Designerinnen von Kids of the Diaspora und Galeristin Sophie Tappeiner.

Jakob Lena Knebl © Georg Kargl Fine Arts

Jakob Lena Knebl, Künstlerin

1. Was schätzen Sie besonders an der Stadt?

Ich schätze die Geschichte des roten Wiens und die Tatsache, dass dies auch heute noch einen wesentlichen Einfluss auf die Stadtentwicklung hat und Wien zu einer der lebenswertesten Städte macht. Außerdem liebe ich den Wiener Humor, von Hoizpyjama (Mundart für „Sarg“) bis Duttlkraxn (scherzhafte Bezeichnung für einen BH). Noch immer zieht es mich am Samstag zum Flohmarkt am Naschmarkt, wobei ich es für einen gewaltigen Fehler halte, dass immer mehr Marktstandeln billigen, seelenlosen Souvenirshops weichen.

2. Wo gehen Sie am liebsten Essen?

Ich mag das Mama Liu & Sons, das brasilianische Restaurant Carioca und den Waldviertler Hof.

3. Was ist ihr liebster Kunst-/Kulturort in der Stadt?

Ich schätze die Gesamtheit und Diversität aller.

4. Wo gehen Sie hin, um zu entspannen?

Ich habe das extreme Glück ein Prateratelier zu haben und dadurch die Möglichkeit in der Parkanlage entspannen zu können.

5. Was ist der überraschendste Ort, den Sie in Wien entdeckt haben?

Immer dann, wenn ich in Straßen gehe, die ich noch nicht kenne, bin ich überrascht.

6. Haben Sie noch Geheimtipps?

Die behalte ich für mich. Damit sie geheim bleiben.

© Marianne Dobner

Marianne Dobner, Kuratorin mumok

1. Was schätzen Sie besonders an der Stadt?

Nach vielen Jahren im Ausland, kann ich es einfach nicht mehr leugnen: Wien hat die höchste Lebensqualität schlechthin. Freunde und Familie in der gleichen Stadt zu haben ist zudem ein enormer Luxus, den ich immer mehr zu schätzen weiß.

2. Wo gehen Sie am liebsten Essen?

Eines meiner absoluten Lieblingsrestaurants ist Eyal Shanis Seven North. Mittags gehe ich gerne zu Mari’s Metcha Matcha oder ins Wrenkh. Ein absoluter Geheimtipp für ausgezeichnete österreichische Küche ist die Gastwirtschaft Blauensteiner.

3. Was ist ihr liebster Kunst-/Kulturort in der Stadt?

Selbstverständlich das mumok! Zudem schätze ich das Programm der Secession. Besonders viel Freude bereitet mir auch immer wieder ein Rundgang durch die jungen Wiener Galerien, wie Gianni Manhattan, Felix Gaudlitz, Sophie Tappeiner, Croy Nielsen, EXILE oder Vin Vin, um nur einige wenige zu nennen.

4. Wo gehen Sie hin, um zu entspannen?

Einer der entspannendsten Orte ist neben meinem Balkon das kleine Café „People on Caffeine“. Neben dem besten Kaffee Wiens, lässt es sich in einem entzückenden Garten mit einem guten Buch gut die Zeit vertreiben.

5. Was ist der überraschendste Ort, den Sie in Wien entdeckt haben?

Das wäre wohl die Wachsmodellsammlung des Josephinums. Das sollte man auf keinen Fall verpassen!

6. Haben Sie noch Geheimtipps?

Für einen guten Drink in die Bar Tür 7. Ein Ausflug auf den Himmel mit atemberaubendem Blick über Wien lohnt sich natürlich auch immer. 

Kids of the Diaspora @ Marko Mestrovic

Leni Charles und Cherrelle, Gründerinnen der Modelabels Kids of the Diaspora

1. Was schätzen Sie besonders an der Stadt?

Die explosiven Bäume! Nein, Scherz beiseite. Wien ist der beste Ort, an den man immer wieder zurückkehren kann. Außerdem hat die Black Lives Matter Bewegung gezeigt, wie viele Menschen in der Stadt sich politisch einsetzen.

2. Wo gehen Sie am liebsten Essen?

Wir mögen das Restaurant Plain. Es ist black-owned und neben der veganen Küche ist die lebhafte Atmosphäre einfach toll.

3. Was ist ihr liebster Kunst-/Kulturort in der Stadt?

Die Kunsthalle Wien, die Wiener Staatsoper und das Porgy & Bess.

4. Wo gehen Sie hin, um zu entspannen?

Unser Lieblingscafé ist das Propeller. Dort haben sie eine alte staubige Kneipe in einen schönen, hellen Ort verwandelt. Und sie wissen, genau was man bestellen möchte, noch bevor man es selbst weiß.

5. Was ist der überraschendste Ort, den Sie in Wien entdeckt haben?

Das Korea Kulturhaus im 22. Bezirk war völlig neu für uns. Wir lieben den Außenbereich so sehr. Das Ambiente ist dort so ruhig.

6. Haben Sie noch Geheimtipps?

Unsere jüngere Schwester Selina ist Fremdenführerin und zeigte uns auf ihrer Tour viele neue Seiten von Wien. Das 1o1 ist ein erfrischender Ort, der mit seinen architektonischen Details und den St. Charles-Cocktail-Fusionen wirklich überrascht. Der Kulturpark Oberlaa ist ein Ort, den nicht viele kennen, außer die Menschen, die in der Nähe wohnen und dort ihre Wochenenden genießen.

© Sophie Tappeiner

Sophie Tappeiner, Galeristin 

1. Was schätzen Sie besonders an der Stadt? 

Die Stadt hat kulturell viel zu bieten und man ist total schnell im Grünen. Außerdem schätze ich die Lebensqualität hier sehr. 

2. Wo gehen Sie am liebsten Essen? 

Wien verfügt über viele großartige Lokale: mittags gehe ich besonders gerne in das japanische Restaurant Ganko, gleich gegenüber von meiner Galerie. Ich genieße die Wiener Küche und gehe besonders gerne Zur Herknerin oder ins Wirtshaus Wolf. Außerdem bin ich begeistert vom Restaurant Kommod – ein Kleinod. 

3. Was ist ihr liebster Kunst-/Kulturort in der Stadt? 

Wenn ich mir eine Institution aussuchen müsste, wäre das die Secession. Die hat ein hervorragendes Programm. Aber auch Spaces wie Kevin Space, Pina und School tragen, neben vielen anderen Initiativen viel dazu bei, Wien der internationalen   sichtbarer zu machen. 

4. Was ist der überraschendste Ort, den Sie in Wien entdeckt haben?

Angelika Loderer, einer Künstlerin, die ich vertrete, hat mir gezeigt, dass es mitten in Wien Bio-Äcker gibt. Dort nutze ich heuer eine Selbsternteparzelle wo ich diverses Gemüse anbaue. Auf dem Acker treffe ich immer wieder auf befreundete Künstler und Künstlerinnen. Als jemand, der sein Leben lang in Städten gewohnt hat, ist es außerdem eine faszinierende Erfahrung sich mit einer Regelmäßigkeit um Pflanzen zu kümmern und aus nächster Nähe zu verfolgen, wie alles blüht und gedeiht. Angelika hat auch das gemeinschaftliche Projekt „Foster“ ins Leben gerufen. 

5. Haben Sie noch Geheimtipps? 

Für Wien-Besucher? Zur warmen Jahreszeit einen Tagesausflug in die Wachau machen.